HEILPFLANZEN

Medicago sativa - Luzerne, Alfalfa

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Medicago sativa - Luzerne, Alfalfa
Medicago sativa - Luzerne, Alfalfa
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VORKOMMEN

Alfalfa bzw. die Luzerne wird in Mitteleuropa oft feldmässig angebaut und verwildert immer wieder; dann besiedelt sie Wegränder, ruderal werdende Halbtrockenrasen und Trockenwiesen. Sie fehlt im mitteleuropäischen Tiefland und in den höheren Mittelgebirgen gebietsweise; sonst kommt sie in Mitteleuropa zerstreut vor.
Die Luzerne gedeiht am besten auf tiefgründigen, etwas kalkhaltigen, aber nur mässig nährstoff- und humusreichen Lehm- oder Lössböden.
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MERKMALE

Die Luzerne ist eine überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von bis zu 1 Meter. Die Pflanze besitzt ein tiefreichendes Wurzelsystem von über 5 Metern Ausdehnung, was sie ungünstige Niederschlagsperioden (Dürren) gut überstehen lässt. Die Blätter sind 3zählig, die Teilblätter sind bis 3 cm lang, vorne meist gerundet oder gestutzt und spitz gezähnt. Die Blüten sind heller oder dunkler blau bis violett, in endständigen, 5–25blütigen, dicht gedrängten Trauben. Die Frucht hatt 1,5–3 Schraubenwindungen und einen Durchmesser von 4–6 mm. Die Blütezeit ist Juni bis August.
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DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Herba Medicago sativae; Luzernenkraut (syn. Alfalfakraut, Schneckenkleekraut), das getrocknete Kraut.
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WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

CanavanineTriterpensaponine (Glykoside von Hederagenin, Medicagensäure und Sojasapogenole), Stachydrin, Cumarine, Flavonoide (Glykoside von Apigenin und Luteolin), Coumestrol (ein Coumestan), Vitamine und Cumarine (Medicagol). Im weiteren Aminosäuren, nichtproteinogene Aminosäuren (insbesondere Canavanin).
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PHARMAKOLOGIE

Canavanin ist eine gesundheitsschädliche, nichtproteinogene Aminosäure, die in den Samen von Leguminosen als Frassschutz vorkommt. Die Giftwirkung von Canavanin beruht auf der Konkurrenz von Canavanin mit der essentiellen Aminosäure Arginin. Da die Enzyme des Organismus die beiden Aminosäuren nicht voneinander unterscheiden können, wird die falsche Aminosäure in entstehende Aminosäureketten (ungefaltete Proteine) eingebaut. Dann kann keine korrekte Faltung erfolgen, was zum Ausfall der Proteinfunktion führt.
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ANWENDUNG

In der Volksmedizin bei erhöhten Cholesterinwerten, Hypercholesterinämie, Wechseljahresbeschwerden, Hitzewallungen, verminderte östrogene Aktivität und Arteriosklerose.
Alfalfa besitzt anscheinend auch östrogene Aktivität. Coumestrol (ein Inhaltsstoff von Alfalfa) besitzt, als pflanzliches Hormon (Phytoöstrogen), eine hohe östrogene Aktivität.
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Die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungen ist nicht bewiesen.
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HOMÖOPATHIE

Medicago sativa HAB; das frische, blühende Kraut.
Anwendungsgebiet: verzögerte Rekonvaleszenz.
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SONSTIGES

AlfalfaSchon in Persien war die Luzerne eine wichtige Futterpflanze für Pferde. Nach Überlieferungen wurde sie um etwa 470 v. Chr. nach Griechenland gebracht. Von dort kam sie etwa um 150–50 v. Chr. nach Italien, wo sie als Futter für Schafe genutzt wurde. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts n. Chr. brachten die spanischen Kolonialherren die Luzerne nach Amerika, primär nach Mexico und Peru. Nach Deutschland kam sie aus Italien durch Waldenser um 1700. Die Sichelluzerne wird erst seit etwa 200 Jahren in nördlichen Gebieten angebaut.
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Letzte Änderung: 03.11.2015 / © W. Arnold
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Spacer Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Spacer M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Spacer Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
Spacer Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
Spacer L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.
Spacer M. Pahlow: Das grosse Buch der Heilpflanzen; Nikol Verlag, 2013.

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Spacer Wikipedia

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Medicago sativa - Luzerne, Alfalfa
Medicago sativa - Luzerne, Alfalfa

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  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Fabales
Fabaceae
Faboideae
Medicago
Luzerne
  Wiss. Bez. Medicago sativa

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Spacer Die Luzerne wird weltweit als Vieh-Futter, aber auch als Lebensmittel (Sprossen) angebaut.