Purpurfarbener Sonnenhut - Echinacea purpurea

Echinacea purpurea (syn. Brauneria purpurea, Echinacea intermedia, E. speciosa, Rudbeckia hispida, R. purpurea, R. serotina).
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Purpurfarbener Sonnenhut (syn. Purpurfarbene Kegelblume, Purpurfarbener Igelkopf, Rote Sonnenblume),.

Echinacea

Roter Sonnenhut

Echinacea purpurea - Purpurfarbener Sonnenhut

Sonnenhut - Echinacea

VORKOMMEN

Der rote Sonnenhut ist in Nordamerika beheimatet, in Europa wurde er als als Zierpflanze eingeführt. Angebaut wird die Pflanze heute in den USA, Spanien, Südosteuropa, Schweiz, Niederlande und Deutschland.

MERKMALE

Mehrjährige, bis 1 in hohe Pflanze mit aufrechten, verzweigten Stängeln und breiten, borstigen Blättern. Grosse purpurne Blütenköpfe stehen auf relativ kurzem Stiel. Der blattlose Teil des Stängels ist bei Echinacea purpurea wesentlich kürzer als der beblätterte Teil, bei Echinacea pallida und Echinacea angustifolia ist es genau umgekehrt.

DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Frischer Pflanzensaft (aus den blühenden, oberirdischen Teilen), die getrockneten oberirdischen Pflanzenteile (Echinaceae purpureae herba) oder die Wurzel (Echinaceae purpureae radix).

WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

In den oberirdischen Pflanzenteilen und auch in den Wurzeln nur kleine Mengen (<0,1 %) an ätherischem Öl . Im Kraut Flavonoide wie Rutosid (Rutin) sowie andere Kämpferol- und Quercetinderivate. Polysaccharide, davon zwei relativ gut charakterisiert: PS I, ein 4-O-Methylglucuronoarabinoxylan mit einem Molekulargewicht von 35 Kilodalton, und PS II, ein saures Rhamnoarabinogalactan mit einem Molekulargewicht von 450 Kilodalton.

Cichoriensäure in Echinacea purpurea

Ferner Kaffeesäurederivate, wie Cichoriensäure (bis zu 2%, kaum oder fehlend bei anderen Arten) sowie lipophile Polyacetylene und Alkylamide (vorwiegend Isobutylamide wie Echinacein).

Isobutylamide in Echinacea purpurea

PHARMAKOLOGIE

Die Polysaccharidfraktion gilt als verantwortlich für die immunstimulierenden Eigenschaften von Echinacea, doch die Amide und Kaffeesäurederivate tragen zur Aktivität der ethanolischen Extrakte bei (insbesondere zur antimikrobiellen und entzündungshemmenden Wirkung). Polysacharide sind bekanntlich nur nach Injektion in vivo aktiv; deshalb muss die Wirksamkeit einer oralen Anwendung noch überzeugend belegt werden. Wundheilung wurde mit einer Polysaccharidfraktion, Echinacin B, nachgewiesen. Die meisten kontrollierten klinischen Studien zeigen zumindest eine gewisse statistisch signifikante Besserung bei Infektionen und Erkältungssymptomen.

ANWENDUNG

Anerkannte medizinische Anwendungen:
Purpur-Sonnenhut-Kraut (Echinaceae purpureae herba):

  • ESCOP, Kommission E: Innerlich: Unterstützende Behandlung rezidivierender Infekte im Bereich der Atemwege und der ableitenden Harnwege, äusserlich bei schlecht heilenden, oberflächlichen Wunden.
  • Das HMPC hat für Frischpflanzenzubereitungen aus Purpur-Sonnenhut-Kraut die kurzfristige innerliche Anwendung zur Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten als „medizinisch allgemein anerkannt“, die äusserliche Anwendung wurde es als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

Purpur-Sonnenhut-Wurzel (Echinaceae purpureae radix):

  • ESCOP: Innerlich zur unterstützenden Behandlung wiederkehrender Infekte im Bereich der Atemwege und der ableitenden Harnwege. Negative Bewertung von der Kommission E.
  • Die Purpur-Sonnenhut-Wurzel wurde vom HMPC als traditionelles pflanzliches Arznei­mittel eingestuft.
Presssaft oder getrocknetes Kraut werden zur unterstützenden Therapie bei rezidivierenden Infekten, bei Erkältung und bei Atemwegs- und Harnwegsinfekten angewendet.
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In Urologika und Mitteln gegen Muskel- und Gelenkschmerzen wird der Rote Sonnenhut, meist in Kombination mit z.B. Bärentraube, Goldrute, Hauhechel, Beinwell, Johanniskraut, Ringelblume und Pfefferminze, angewendet.
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Äusserlich zur Behandlung von Verletzungen, Geschwüren und Hautentzündungen, oft kombiniert mit Arnika.
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Echinacea ist vielfach in Fertigarzneimitteln wie der Weleda Augensalbe (neben Augentrost und Ringelblume) zu finden.

ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Die Hauptanwendung von Echinacea ist die Vorbeugung und Behandlung von Erkältungskrankheiten. Dazu werden nur Fertigpräpoarate in Form von Tropfen, Tabletten etc. im Handel (z.B. Echinaforce®) angewendet. Die Dosierung richtet sich nach der Packungsbeilage.

STATUS

  • Kommission E: - positive Bewertung (nur für das Kraut) - neagtive Bewertung für die Wurzel.
  • ESCOP: - positive Bewertung (Kraut und Wurzel).
  • HMPC: - als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft (Kraut und Wurzel).

HOMÖOPATHIE

Echinacea purpurea - Sonnenhut.
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Anwendungsgebiet: unterstützende Behandlung schwerer und fieberhafter Infektionen.

ROTER SONNENHUT IM GARTEN

Echinacea ist eine klassische Bauerngartenpflanze, sehr gut geeignet für Rabatten, als Kübelpflanze sowie in Wildgärten. Die Pflanze ist mehrjährig und absolut frosthart.

Der rote Sonnenhut liebt, wie der Name schon sagt, die Sonne. Die Pflanze liebt einen nährstoffreichen, durchlässigen sowie humosen Boden. Echinacea soll im Frühjahr wie auch im späten Sommer gedüngt werden. Ansonsten gilt der Rote Sonnenhut als sehr genügsam und pflegeleicht.

Ältere Pflanzen kann man im Frühjahr durch Teilung des Wurzelstockes gut vermehren, dies sollte bei bestehenden Pflanzen alle drei bis vier Jahre erfolgen. Verbessern sie den Boden mit Kompost, Kalk liebt der Sonnenhut nicht. Alternativ zur Teilung kann die Vermehrung auch durch die Aussaat direkt ins Beet erfolgen.

Als traditionelle Bauerngarten- und Medizinalpflanze der Klostergärten eignet sich der rote Sonnenhut ausgezeichnet in gemischten Pflanzungen mit Kräutern und auch Gemüse. An sonnigen Plätzen ist der Blaue Eisenhut und an eher schattigen Stellen der Fingerhut der ideale Begleiter von Echinacea purpurea.

Echinacea

SONSTIGES

Der Name Echinacea stammt vom griechischen echinos (= Igel), ab, und bezieht sich auf die stachligen Fruchtböden. Die Pflanze wurde bereits von den Indianern Nordamerikas als Antiseptikum gegen Entzündungen, Eiterungen und Furunkel genutzt. Vor allem die Sioux-Indianer gebrauchten die Pflanze als Gegenmittel bei Schlangenbissen.

Letzte Änderung: 06.01.2017 / © W. Arnold