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Spacer Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Spacer M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Spacer Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
Spacer Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
Spacer L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.
Spacer M. Pahlow: Das grosse Buch der Heilpflanzen; Nikol Verlag, 2013.


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Sumpfporst - Rhododendron tomentosum


Systematik
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Ordnung:
Ericales
 
Familie:
Ericaceae
 
Gattung:
Rhododendron
 
Art:
Sumpfporst
 
Wiss. Name:
Rhododendron tomentosum


Spacer Der Sumpfporst steht auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten vieler Länder.


Weitere Informationen
Spacer Sumpfporstblätter wurden zum Bierbrauen verwendet. Die Wirkstoffe im Sumpfporst verliehen dem Bier eine berauschende, die Alkoholwirkung verstärkende und konservierende Eigenschaft.


Warnung
Spacer Die Blätter, aber auch andere Pflanzenteile sind leicht giftig.


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Spacer Kommission E:
- negative Bewertung

 

 

 

 

 

 

 

 

HEILPFLANZEN

Sumpfporst - Rhododendron tomentosum

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Rhododendron tomentosum (Syn.: Ledum palustre L., Rhododendron palustre (L.)
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Sumpfporst (syn. Porschkraut, Wilder Rosmarin, Mottenkraut, Porst)
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Sumpfporst - Rhododendron tomentosum
Sumpfporst - Rhododendron tomentosum
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VORKOMMEN

Den Sumpfporst findet man in Mittel- und Nordeuropa, Nordasien sowie Nordamerika. Auf Hochmooren kann er manchmal grosse Bestände bilden. Der Sumpfporst ist beispielsweise eine ortstypische Pflanzenart in der Böhmisch-Sächsischen Schweiz und gehört in Tschechien zu den geschützten Arten.
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MERKMALE

Der Sumpfporst ist ein immergrüner Strauch, der Wuchshöhen von bis zu 1,5 Meter erreicht. Die ausladenden Zweige sind rostbraun und filzig behaart. Der Sumpfporst verbreitet aufgrund seiner ätherischen Öle einen eigentümlich harzigen bis kampferartigen Geruch. Die derben, lederigen Laubblätter sind lanzettförmig, am Rande eingerollt und an der Unterseite dicht rostfarben oder rotbraun filzig behaart. Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli. In einem endständigen, doldigen Blütenstand sitzen die Blüten. Die zwittrigen Blüten sind fünfzählig. Die fünf weissen bis rosaroten Kronblätter sind 5 bis 25 mm lang und nur an ihrer Basis verwachsen. Es sind zehn Staubblätter vorhanden. Die hängenden, unscheinbaren, eiförmigen Kapselfrüchte sind 3,5 bis 4 mm gross, öffnen sich von ihrem oberen Ende ausgehend und entlassen zahlreiche längliche Samen. Die Früchte sind zwischen Juli und August reif.
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DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Ledi palustris herba (syn. Herba Anthos silvestris, Herba Rosmarini silvestris, Herba Ledi palustris, Ledum);
Porstkraut (syn. Sumpfporstkraut, Wilder Rosmarin, Mottenkraut), das getrocknete Kraut.
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WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

LedolDie Droge enthält 0,3 bis 2,5 % äth. Öl (Porschöl) mit Ledol (Ledum- oder Porschcampher), dem isomeren Palustrol, allo-Aromadendren und Myrcen; im weiteren bis zu 17 % Catechingerbstoffe, Quercetin, Hyperosid, ein Flavonol, Arbutin, Wein-, Äpfel-, Citronen-, Oxalsäure, Spuren von Alkaloiden und glykosidisch gebundene Aromastoffe.
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PHARMAKOLOGIE

Ledol wirkt örtlich stark reizend, erzeugt daher oral genommen vom Magen aus reflektorisch Erbrechen und Gastroenteritis. Resorptiv bewirkt Ledol erst zentrale Erregung, anschliessend Lähmung.
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ANWENDUNG

Angaben der Kommission E:
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  • Anwendungsgebiete:
    Sumpfporstkraut wird bei Rheuma und Keuchhusten, ferner als Emeticum, Diaphoreticum und als Diureticum angewendet.
    Die Wirksamkeit bei den beanspruchten Anwendungsgebieten ist nicht belegt.
  • Risiken:
    Vergiftungen mit Sumpfporstkraut Infolge meist missbräuchlicher Anwendung z.B. als Abortivum werden wiederholt berichtet.
    Das ätherische Öl bewirkt oral aufgenommen eine heftige Reizung des Magen-Darm-Traktes mit Erbrechen und Diarrhoe sowie eine Reizung bzw. Schädigung der Nieren und ableitenden Harnwege. Daneben werden Schweissausbrüche, Muskel- und Gelenkschmerzen, zentrale Erregung mit rauschartigen Zuständen und anschliessender Lähmung beschrieben.
    Zur Toxizität geringer Dosen Sumpfporstkraut liegen keine Untersuchungen vor. Während der Schwangerschaft ist die Anwendung von Sumpfporstkraut kontraindiziert.
  • Bewertung:
    Da die Wirksamkeit von Sumpfporstkraut-Zubereitungen nicht belegt ist, kann angesichts der Risiken eine therapeutische Anwendung nicht vertreten werden.
  • Wirkungen:
    Reizung von Haut und Schleimhaut. Experimentell: Motilitätshemmend. Verlängerung der Schlafzeit nach Barbiturat- und Äthanolgabe. Antitussiv; antiphlogistisch.
Früher wurde der Sumpfporst als Infus (2,0 bis 3,0 : 100,0) als Diureticum, Diaphoreticum, Emeticum, Expectorans, bei Gicht, Rheuma, Arthrosis deformans und Hautleiden angewendet.
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Die Pflanze hat in der Homöopathie eine gewisse Bedeutung und wird bei Insektenstichen (einschl. Zeckenstich), Rheuma, Arthritis und Gicht sowie gegen Keuchhusten, Ausschläge und einige Hautkrankheiten wie Krätze eingesetzt. So ist Sumpfporst z.B. ein Bestandteil in Mundipur (homöopathisch-spagyrische Tropfen), neben z.B. Berberitze, Zaunrübe, Herbstzeitlose, Artischocke und Teufelskralle.
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In der Volksheilkunde äusserlich in der Wundbehandlung und gegen Insektenstiche, innerlich als Galactagogum und Abortivum, früher auch als Narkotikum.
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ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

Einzelgabe 0,5 bis 1,5 g, Tagesgabe max. 15 g. Die Anwendung ist heute obsolet.
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HOMÖOPATHIE

Ledum palustre HAB 1; Sumpfporst, die getrockneten Zweige.
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Anwendungsgebiet: Gicht und Gelenkrheumatismus, Verstauchungen, Stich- und Bissverletzungen, Keuchhusten und andere Entzündungen der Atemwege, Haut- und Schleimhautblutungen.
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SONSTIGES

Der Gattungsname stammt vom griechischen lédon, lédos (Wollstoff) ab und bezieht sich auf die filzigen Blätter. Der Artname palustre vom lateinischen palus (Sumpf) weist auf den bevorzugten Standort der Pflanze hin.
Einer der frühesten Nachweise über die Verwendung von Porst als Brauzusatz fand sich in einer bronzezeitlichen Bestattung aus dem 15. Jahrhundert v. Chr. aus Egtved, Dänemark. Bis in die frühe Neuzeit wurde Sumpfporst, manchmal vermischt mit dem aromatischen Gagel, zum Brauen der sogenannten Grutbiere verwendet.
Man benutzte ihn auch gegen Motten, Läuse und Krätze durch Abreiben, wobei es ebenfalls zu leichten Vergiftungen kam.
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Letzte Änderung: 08.09.2015 / © W. Arnold
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