HEILPFLANZEN

Bachnelkenwurz - Geum rivale

Geum rivale (syn. Caryophyllata aquatica, C. rivalis, Geum nutans)
Bachnelkenwurz (sym.. Blutströpfchen)
Geum rivale - Bachnelkenwurz
Geum rivale - Bachnelkenwurz
Geum rivale - Bachnelkenwurz
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VORKOMMEN

Die Bach-Nelkenwurz ist zirkumpolar verbreitet. Sie fehlt in Europa nur im Mittelmeerraum. Als Standorte werden Feucht- und Nasswiesen, Gräben, Ufer, Auwälder und andere feuchte Wälder sowie Hochstaudenfluren mit sickernassen, nährstoffreichen Böden bevorzugt. Die Bach-Nelkenwurz dringt in den Alpen bis in eine Höhe von 2000 Meter vor. Die Bach-Nelkenwurz gilt als Nährstoffzeiger und bevorzugt kühl-humides Klima.
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MERKMALE

Die Bach-Nelkenwurz wächst als überwinternd grüne, ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von (10 bis) 20 bis 60 (bis 70) Zentimeter. Es wird ein waagerechtes, monopodial verzweigtes Rhizom gebildet. Der aufsteigende, locker verzweigte Stängel ist etwas rötlich sowie nach oben hin zunehmend drüsig behaart und trägt mehrere Blüten. Die Blütezeit reicht von April bis Juli. Es gibt einen braun-roten Aussenkelch. Die nickenden Blüten sind fünfzählig.
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DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Caryophyllatae aquaticae rhizoma (syn. Radix Caryophyllatae aquaticae);
Bachnelkenwurz (syn. Sumpfnelkenwurz, Ufernelkenwurz), die getrockneten unterirdischen Teile.
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WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

EugenolDie Droge enthält wenig ätherischem Öl mit dem Hauptbestandteil Eugenol. 15 % Gerbstoffe in den Wurzeln und 27 % in den Rhizomen. An pheno­li­schen Verbindungen sind Gein und Phloroglucin enthalten.
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ANWENDUNG

Die Bach-Nelkenwurz wird in der Volksheilkunde gelegentlich noch wie die echte Nelkenwurz, Geum urbanum verwendet. Der Gerbstoffgehalt ist etwa entsprechend, der von keimtötendem Eugenol im ätherischen Öl nur sehr gering.

Innerlich: Bei Durchfallerkrankungen, Verdauungsstörungen und Appetitlosigkeit, weiter­hin Verwendung bei Husten. Die Wirksamkeit bei den genannten Anwendungsgebieten ist nicht belegt.
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HOMÖOPATHIE

Geum rivale HAB34; Nelkenwurz, die frischen blühenden Pflanzen.
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SONSTIGES

Die Gattungsbezeichnng wird etymologisch auf das griechische geuein (schmecken) zurückgeführt und weist auf den aromatischen Geruch der Wurzel hin. Die Artnamen beziehen sich auf die bevorzugten Standorte, nämlich urbanus (städtisch, an Mauern wachsend) und rivalis (am Bach vorkommend, Geum rivalis).
Letzte Änderung: 14.06.2015 / © W. Arnold
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Spacer Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Spacer M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Spacer Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
Spacer Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
Spacer L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.
Spacer M. Pahlow: Das grosse Buch der Heilpflanzen; Nikol Verlag, 2013.

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Icon Wikipedia

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Geum rivale - Bachnelkenwurz
Geum rivale - Bachnelkenwurz

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  Ordnung
Familie
Gattung
Rosales
Rosaceae
Geum
  Wiss. Bez. Geum rivale

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Spacer Der Wurzelstock wurde als Nelken­ersatz beim Kochen verwendet und aromatisierte auch Liköre; die Blätter können in Salaten etc. verwendet werden.

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Spacer Die Bach-Nelkenwurz wurde von der Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen unter Vorsitz von Loki Schmidt zur „Blume des Jahres 2007“ auserkoren.