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Spacer Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Spacer M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Spacer Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
Spacer Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
Spacer L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.
Spacer M. Pahlow: Das grosse Buch der Heilpflanzen; Nikol Verlag, 2013.


Links
Icon Wikipedia


Systematik
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Ordnung:
Apiales
 
Familie:
Araliaceae
 
Gattung:
Eleutherococcus
 
Art:
Borstige Taigawurzel
 
Wiss. Name:
Eleutherococcus senticosus


Spacer Weltweit werden mehr als 20 Millionen Patienten pro Jahr mit der Taigawurzel behandelt.


Weitere Informationen
Spacer Die Taigawurzel (Droge) stammt von Wildsammlungen aus China, Korea und Russland.


Warnung
Spacer Nicht bei Bluthochdruck anwenden!


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Spacer Kommission E:
- positive Bewertung
Spacer ESCOP
- positive Bewertung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

HEILPFLANZEN

Taigawurzel - Eleutherococcus senticosus

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Eleutherococcus senticosus (syn. Acanthopanax senticosus, Hedera senticosa);
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Taigawurzel (syn. Sibirischer Ginseng, Eleutherokokk, Stachelpanax, Teufelsbusch, Borstige Fingeraralie).
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Taigawurzel - Eleutherococcus senticosus
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VORKOMMEN

Die Taigawurzel ist vorwiegend in Russland in grossen Teilen Ostsibiriens (vor allem im mittleren Amurgebiet) beheimatet. Im Osten wird das Verbreitungsgebiet durch Japan und durch Sachalin begrenzt. im Süden reicht das Vorkommen bis nach Korea und Nordprovinzen Chinas.
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MERKMALE

Der Sibirische Ginseng bzw. die Taigawurzel ist eine Busch- oder strauchartige Pflanze, die 2 bis 3, seltener bis zu 7 m Höhe erreicht. Stengel und Triebe sind häufig mit nadelartigen, verholzten Stacheln besetzt. Die Laubblätter besitzen einen etwa 10 cm langen, fein bestachelten Stiel und eine fünfzählig gefingerte Spreite. Die kleinen Blüten stehen gestielt oder ungestielt in einfachen Dolden. Im Herbst entwickeln sich aus den Blüten schwarze, bis 1 cm grosse Beeren. Diese weisen eine glatte Oberfläche mit gleichmässiger, ausgeprägter Rippenbildung auf. Die Früchte enthalten meist 5 sternförmig angeordnete, plattgedrückte Samen.
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DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Eleutherococci radix (syn. Acanthopanacis senticosi radix, Radix Eleutherococci, Rhizoma Eleutherococci et Radix Eleutherococci);
Eleutherococcuswurzel (syn. Taigawurzel, Stachelpanaxwurzel, Sibirischer Ginseng), die ganzen oder geschnittenen, getrockneten, unterirdischen Organe.
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WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Die wichtigen Hauptkomponenten der Droge sind die Lignane, Phenylpropanderivate, Cumarine, Polysaccharide und Triterpensaponine. Meistens werden diese Inhaltsstoffe ohne jeglichen Bezug zur Stoffgruppe als Eleutheroside bezeichnet.

 Eleutherosid B4Lignane:
Eleutherosid B4 = (-)-Sesamin (Gehalt ca. 0,02 %),
Eleutherosid D = (-)-Syringaresinoldiglucosid (= Acanthosid D; Gehalt 0,1 %),
Eleutherosid E = (+)-Syringaresinoldiglucosid (= Liriodendrin; bis zu 0,5 %),
Eleutherosid E1 = (-)-Syringaresinolmonoglucosid und weitere strukturverwandte Verbindungen.

Phenylpropanderivate:
Eleutherosid B = Sinapylalkohol-4-O-glucosid (= Syringin; bis 0,5 %),
 Eleutherosid BSinapylalkohol, Coniferylalkohol, Coniferylalkohol-4-O-gluosid, Kaffeesäure, Chlorogensäure und 1,5-Dicaffeoylchinasäure.

Cumarine:
Eleutherosid B1 = Isofraxetin-7-O-glucosid (Gehalt bis 0,14 %) sowie freies Isofraxetin (= 6,8-Dimethoxy-7-hydroxycumarin).

Zucker:
Unter anderem die Monosaccharide, Galactose und dessen 1-Methylether (Eleutherosid C) und Glucose, die Disaccharide Saccharose und Maltose sowie bis zu 5,7 % Polysaccharide.

Triterpensaponine:
Zu ca. 0,1 % enthalten, unter anderem die Protoprimulagenin A-glykoside. Die Oleanolsäureglykoside, die als Eleutheroside I, K, L und M bezeichnet werden, kommen nur in den Blättern vor.

Weitere Bestandteile:
Eleutherosid A (= ss-Sitosterolglucosid), freies ss-Sitosterol, ss-Carotin, Vanillin und anscheinend auch Vitamin E.
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ANWENDUNG

Anerkannte medizinische Anwendung - Angaben der Kommiss E:

  Punkt Wirkungen: In verschiedenen Stressmodellen, z.B. Immobilisationstest, Kältetest, wird die Belastbarkeit von Nagern erhöht. Bei gesunden Probanden wird nach Gabe des Fluidextraktes die Zahl der Lymphozyten, insbesondere die der T-Lymphozyten, gesteigert.
spacer Punkt Anwendungsgebiete: Als Tonikum zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeits- und Schwächegefühl, nachlassender Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie in der Rekonvaleszenz.
  Punkt Nebenwirkungen bzw. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln: Keine bekannt.
  Punkt Dosierung: Soweit nicht anders verordnet: Tagesdosis: 2 bis 3 g Droge, Zubereitungen entsprechend.
  Punkt Art der Anwendung: Als Drogenpulver, zerkleinerte Droge für Teeaufgüsse sowie wässrige- alkoholische Auszüge zum Einnehmen.
  Punkt Dauer der Anwendung: In der Regel bis zu 3 Monaten. Eine erneute Anwendung ist möglich.

Die ESCOPäussert sich in ähnlicher Weise zur Taigawurzel. Taigawurzel wurde vom HMPC als traditionelles pflanzliches Arzneimittel eingestuft.

Volkstümliche Anwendungsgebiete:
Taigawurzel ist erst seit wenigen Jahrzehnten in die westliche Medizin bekannt. Die traditionelle Anwendungsgebiete sind somit nur aus der chinesischen Volksmedizin überliefert. Hier wird die Wirkung als "Wind und Feuchtigkeit vertreibend, Sehnen und Knochen kräftigend" beschrieben. Anwendungsgebiete sind in der chinesischen Volksmedizin rheumatische Erkrankungen, Harnverhaltung, Impotenz, Knochenbrüche, Ödeme, Mundtrockenheit, Appetitlosigkeit, Nervenschwäche und Leistungsabfall. In der chinesischen Pharmakopoe sind folgende Anwendungsgebiete für die Taigawurzel beschrieben: Funktionsstörungen von Nieren oder Milz, Schmerzen und Kraftlosigkeit im Hüft- und Kniebereich, allgemeine Mattigkeit und Schwächegefühl, Schlafstörungen und Appetitlosigkeit.
Eine Wirksamkeit bei den genannten Anwendungsgebieten ist aus der Sicht der naturwissenschaftlich orientierten Medizin bisher nicht belegt.
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PHARMAKOLOGIE

Die Taigawurzel besitzt eine adaptogene Wirkung (siehe auch Rosenwurz und Ginseng). Darunter ist eine verbesserte Anpassung des Organismus an unterschiedliche äussere und innere Bedingungen sowie eine Erhöhung der Widerstandskraft des Körpers gegen unspezifische physikalische, chemische und biologische Stressoren zu verstehen. Physiologisch kommt es nach Gabe eines Extraktes zu einer Erhöhung der Zahl der T-Lymphozyten. Daraus wird eine Stimulation des Immunsystems abgeleitet. Die adaptogene Wirkung der Taigawurzel bei stressbedingten Belastungen wurde in mindestens 30 klinischen Studien, vorwiegend in Russland, geprüft.
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ZUBEREITUNG UND DOSIERUNG

In der Schweiz ist Taigawurzelextrakt als traditionell angewandtes Tonikum zur Stärkung und Kräftigung bei Müdigkeit und Schwäche zugelassen (Vigor® Eleutherococcus, Kapseln).

Teeaufguss: 2 bis 4 g fein geschnittene oder pulverisierte Taigawurzel werden mit ca. 150 mL siedendem Wasser übergossen und nach 10 bis 15 Min. abgeseiht. Lange durften nur Extrakte gehandelt werden, wohl deshalb hat sich die Verwendung der Droge zur Bereitung eines Teeaufgusses nicht etabliert.
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SONSTIGES

Als „Taigawurzel“ werden die im Handel befindlichen unterirdischen Pflanzenteile (Droge) des Sibirischen Ginsengs bezeichnet. Mit senticosus (lat. = reich Stacheln) im lateinischen Namen werden die abstehenden Stachelborsten angesprochen.

Die Taigawurzel (Eleutherococcus senticosus) wird in der chinesischen Medizin seit Jahrtausenden eingesetzt.
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Letzte Änderung: 19.02.2016 / © W. Arnold
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