HEILPFLANZEN

Aronstab - Arum maculatum

Arum maculatum L. (syn. Arum immaculatum, A. italicum, A. malyi, A. orientale, A. pyrenaeum, A. trapezuntium, A. vulgara, A. zelebori);
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Aronstab (syn. Aron, Aronsblume, Aronskelch, Aronskraut, Entenschnabel, Eselsohren, Fieberwurz, Fresswurz, Frostwurz, Deutscher wilder Ingwer, Veronikenwurz, Zahnkraut, Zahnwurz, Zehrwurz)
Arum maculatum - Aronstab
Arum maculatum - Aronstab
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VORKOMMEN

Der Gefleckte Aronstab kommt vor allem in der gemässigten Zone in unteren europäischen Gebirgslagen vor. In der Schweiz vor allem in den Voralpen und im Jura. Meist findet man ihn in feuchten Laubwäldern in der kollinen (bis montanen) Höhenstufe. Er liebt durchlässige kalkreiche Böden und kommt oft in Gemeinschaft mit anderen frühjahrblühenden Pflanzen der Krautschicht, wie Lungenkraut und Bärlauch, vor.
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MERKMALE

Der Gefleckte Aronstab ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 20 bis 40 cm erreicht. Dieser Geophyt besitzt ein horizontales, walnussgrosses, knolliges Rhizom als Überdauerungsorgan. Alle Pflanzenteile sind giftig. Die grundständigen Laubblätter sind lang gestielt und 10 bis 20 cm lang. Die einfache Blattspreite ist breit pfeilförmig. Bei einigen Populationen besitzen die sattgrünen Blattspreiten dunkle Flecken (daher der Name).
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DROGEN (verwendete Pflanzenteile)

Ari maculati rhizoma (syn. Rhizoma Aronis, Radix Ari, Tubera Ari); Aronknollen (syn. Aron­wurzel, Zehrwurzel), der Wurzelstock mit den Wurzeln.
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WIRKSTOFFE / INHALTSSTOFFE

Die frische Pflanze und ihr Saft wirken stärker als die getrockneten Pflanzenteile. Die Inhaltsstoffe sind weitgehend noch unbekannt. Der Hauptwirkstoff soll Aroin sein, der in der frischen Knolle mit 0,005 % am stärksten vertreten ist.
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WARNUNG

Der Gefleckte Aronstab ist in allen Pflanzenteilen sehr stark giftig. Vor allem Kleinkinder sind durch den Genuss der Beeren gefährdet. Trotzdem sind nach der Literatur 60 % der gemeldeten Fälle symptomlos verlaufen, bei 40% traten Schleimhautreizungen auf, bei 20 % waren Magen und Darm betroffen. Die Haut reizende Wirkung wird durch Scharfstoffe und durch Calciumoxalatkristalle hervorgerufen, die durch ihre Raphidenbündel die Haut verletzen und das Eindringen der übrigen Giftstoffe ermöglichen. Schwerwiegende, auch tödliche Vergiftungen sind vor allem bei Weidevieh aufgetreten.
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ANWENDUNG

In der Homöopathie werden Präparate des Gefleckten Aronstabs beispielsweise bei Entzündungen der oberen Atemwege und Nasenpolypen eingesetzt.
Die Schulmedizin kennt den Aronstab heute nur noch als Giftpflanze.
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HOMÖOPATHIE

Arum maculatum HAB1, die frischen, vor der Entwicklung der Blätter gesammelten unter­irdischen Teile.
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Anwendungsgebiet: Erkrankungen der Atemwege sowie Kehlkopfkatarrh.
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SONSTIGES

Die durch auskochen entgifteten, stärkereichen Knollen dienten in Notzeiten als Nahrungsmittel.
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Letzte Änderung: 10.06.2015 / © W. Arnold
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Spacer Spacer Heilpflanzen Spacer Spacer Spacer Spacer
 
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Spacer Hagers Enzyklopädie der Arzneistoffe und Drogen; Springer Medizin Verlag, Heidelberg, 2008.
Spacer M. Wichtl; Teedrogen und Phytopharmaka; Ein Handbuch für die Praxis auf wissenschaftlicher Grundlage; Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH Stuttgart, 2002.
Spacer Lexikon der Arzeipflanzen und Drogen; Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg.
Spacer Wikipedia; Freie Enzyklopädie.
Spacer L. Roth, M. Daunderer, K. Kormann; Giftpflanzen - Pflanzengifte; Ecomed Verlagsgesellschaft, 1988.
Spacer M. Pahlow: Das grosse Buch der Heilpflanzen; Nikol Verlag, 2013.

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icon Wikipedia

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Illustration von O.T. Thomé (1885)
Arum maculatum - Aronstab

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  Ordnung
Familie
Unterfamilie
Gattung
Art
Alismatales
Araceae
Aroideae
Arum

Gefleckter Aronstab
  Wiss. Bez. Arum maculatum

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Spacer Im Volksglauben nahm man an, die Kolben verschiedener Vertreter der Aronstabgewächse würden als Phallus-Symbole die Potenz steigern und den Nachwuchs sichern.

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Spacer Der Aronstab ist eine Giftpflanze!